Jura geht immer

Ich habe vor zwei Jahren meinen Job geschmissen und mich an der Uni für Rechtswissenschaften eingeschrieben.

Jura und ich. Ausgerechnet.
Dieses staubtrockene Fach für arrogante Korinthenkacker, die mit Logik, System und prinzipieller Humorlosigkeit Paragraphen reiten, wohl wissend, dass Recht und Gerechtigkeit nur bedingt kompatibel sind.

Und jetzt sitze ich mit leuchtenden Augen und glühendem Hirn in den Vorlesungen und sauge alles auf was irgendwie geht. Ich stelle mir den Wecker auf halb sechs, um pünktlich um 8 Uhr morgens im Tutorial einen Platz in der ersten Reihe zu bekommen und habe das Strafgesetzbuch zur Bettlektüre erkoren.

Natürlich weiß ich, dass ich mit all dem Wissen nur noch wenig anfangen kann. Ich werde weder das erste geschweige denn das zweite Staatsexamen machen, denn ich traue mich bisher noch nicht mal eine Klausur zu schreiben.

Aber das ist egal. Es ist egal, wie alt ich bin, egal was andere darüber denken oder dazu sagen. Ich will es.

Tu dies, lass das, iss so, achte hierauf, kauf alles, kauf nichts, schmink dich so, schmink dich gar nicht, mach etwas Sinnvolles, geh in die Politik, arbeite ehrenamtlich.

Einen Scheiß muss ich. GG Art. 2 Satz 1, Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.

Mit freiheitlichen Grüßen aus der Provinz,
Christine, Senior-Student











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