Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt.
Er setzt seine Felder und Wiesen in Brand.
Er pflüget die Basis, er rupft und er reißt
und rühmet trotz allem politischen Geist.

Die Bäuerin den Karren dem Merz überlässt.
Die blauen Intrigen gaben ihr den Rest.
Sie mühte sich redlich doch gab zu schnell auf
Und möglicherweise zahl’n wir alle drauf.

Die goldene Mitte verliert die Substanz.
Der heiße Vulkan ruft schon lange zum Tanz.
Die Demokratie fühlt zuweilen sich schwach.
Hallo, Politik, wann wirst du bloß wach.

Finden Sie es auch so spannend wie ich, dass sich die Wetterverhältnisse dem politischen Chaos anzupassen scheinen?

Nein. Im Ernst. Es fällt schwer, heiter und nüchtern zu bleiben in diesem Revival der goldenen 20er Jahre.

Wann hat das angefangen, dass politische Parteien schon wieder ihr Profil verloren haben, sich zerfleddern und zerfleddern lassen, ihre Loyalität und ihren lebenswichtigen Zusammenhalt vergessen?

Was bewegt zum Beispiel einen Sozialdemokraten, zur AfD abzuwandern?
Da muss schon ganz schön viel schief gelaufen sein.

Warum spielen wir und die von uns gewählten Politiker so unverfroren mit dem hohen Gut der Freiheit und des Wohlstands?

Mir fehlt die politische Intelligenz. Ich kann nur in Beziehungen denken. Was sind die Gründe, warum jemand weggeht, grollt, verletzt ist und zum Protest aufruft?

Vielleicht fühlt er sich belogen und betrogen.
Seine Bedürfnisse wurden viel zu lange nicht gehört und für voll genommen.
Er leidet darunter, dass ihm nicht zugehört wird.
Seine Vorstellungen und Werte von einem guten Leben findet er nicht wieder. Er sieht sich und seine Arbeit nicht gewürdigt.

Er fühlt sich unwichtig und leidet unter Unzuverlässigkeit und Launen. Das Gefühl von Sicherheit ist ihm abhanden gekommen.
Er weiß nicht mehr, wo er zuhause ist – auch politisch.

Ich weiß, dass ich hier ein sehr einfaches Muster stricke.
Dennoch bin ich davon überzeugt, dass die meisten Menschen sich sicher fühlen wollen. Angst und Unsicherheit sind starke Antreiber, die zu extremen Reaktionen führen. Und das macht die, die sie kalkuliert einsetzen so stark.
Wir müssen aufhören, uns blenden zu lassen.
Wir müssen aufhören, auf einfache Lösungen hereinzufallen.

Es sind die ängstlichen und unsicheren Hunde, die beissen!
Es sind genau die, die gefährlich sind für Leib und Leben.

Ich wünsche und hoffe für Sie und für mich, für uns alle, dass sich unsere Demokratie erholt. Dass wir alle vernünftig und nüchtern bleiben. Dass wir bereit sind zu lernen, unsere Ängste in den Griff zu bekommen und fähiger werden, gut miteinander zu kommunizieren.

Ich wünsche und hoffe für uns alle, dass wir besonnen und gelassen unterscheiden zwischen Populismus und Fakten, dass wir uns wiederfinden in einer freiheitlichen und toleranten Mitte. Dass wir Geduld haben und Fehler verzeihen.

Ich wünsche und hoffe für uns alle, dass wir Tendenzen erkennen, die in einen totalitären Staat führen. Dass wir erkennen, dass Verbote nur für einen kleinen Teil der Probleme Sinn machen aber bei weitem nicht der Weisheit letzter Schluss sind, sondern oft nur Hilflosigkeit zeigen.

Ich wünsche uns allen einen offenen Umgang miteinander, dass wir verantwortlich mit Vermögen und Talenten umgehen, dass wir mutig sind, uns auf Neues einzulassen.
Ich wünsche uns, dass wir Ruhe bewahren und souverän bleiben und gut nachdenken. Jeder so gut er kann. Jeder für sich und für alle.

Es kann einfach nicht sein, dass der Mensch nicht in der Lage sein sollte, zu lernen! Auch aus Geschichte!

Ich wünsche Ihnen die Ruhe nach dem Sturm! Ich wünsche Ihnen, dass Sie immer öfter nach dem Wieso, Weshalb, Warum fragen und an den Antworten mitarbeiten. Bitte!