Alle 7 Jahre. Die Kleine Krisensatire am Montag.

Ungefähr alle 7 Jahre kriege ich die Krise. Die richtig große Krise meine ich. Die Krise, die das Leben so richtig auf den Kopf stellt.

Will ich das noch so wie es ist? Warum? Wenn nicht, was will ich dann? Oder was will ich anders?
Was ist mein wahres Motiv für dies und das? Was erfüllt mich, was ist mein Ding?
Ich bin Expertin im Prüfen meiner Motive, Emotionen, Wünsche und Ziele.

Und ich finde, man sollte mindestens zehnmal täglich in sein Inneres horchen und abschätzen, ob man noch bei sich selbst ist und ob das was man jeden Tag tut noch passt.

Mein bisher gesichertes Ergebnis ist, dass Bügeln, Staubsaugen und Wischen nicht in mein Leben passen, auch noch nie gepasst haben, auch nicht passend gemacht werden können und trotzdem meine zuverlässigsten Begleiter sind.

7, 14, 21, 28, 35, 42, 49, 56, 63, 70,77, 84, 92, 99.

Wo stehen Sie denn so auf der Skala von 7 bis 99? Und wie viele Tonnen Hundehaare, Vogelsand, Katzenstreu und Waldbodenreste haben Sie in all den Dekaden bisher mit maschineller Unterstützung aufgesaugt?

Ich werde in Kürze 56 Jahre alt. Oh mein Gott!
Betrachte ich die obige Zahlenreihe, liegen die meisten Krisen hinter mir. Und in den Jahren dazwischen war ganz gut was los.

Schule, Ausbildung, Berufseinstieg, Familiengründung, Haus gebaut, Baum gepflanzt, Rasen gemäht, Studium Nummer eins, Marathon gelaufen, ins Ziel gekrochen, Buch geschrieben, zu Vieles mit Ach und Krach unter einen Hut gebracht, zu wenig getanzt, Studium Nummer zwei, geweint, gelacht, geliebt, gegessen, getrunken, Luft angehalten, durchgeatmet, aufgewacht, Zähne zusammengebissen,  weitergemacht, Lust, Schmerz, Hoffnung und jede Menge Liebe!

Jede Phase birgt unzählige Geschichten. Und dann dieser Erfahrungsschatz! Der Hammer.

Ich könnte mich also ganz entspannt zurücklehnen, wissend und gelassen lächeln, den Lebensrhythmus entschleunigen und einfach genießen und sein.

Aber Nein. So einfach ist das nicht. Das Leben hört nicht auf bevor es aufhört.

Was ist dein Ziel?, fragte mich gestern Abend meine erwachsene Tochter, als wir über mein Jurastudium sprachen.
Keine Ahnung.

Was haben Sie mit Ihrem Doktortitel vor?, wurde Rosemarie Achenbach gefragt, Nichts mehr, antwortete die 94Jährige mit einem zufriedenen Selbstverständnis, für das ich noch mindestens 35 Jahre brauchen werde, um es zu erreichen.

In Simbabwe helfen lebenserfahrene Omas depressiven Menschen, weil es dort zu wenige Psychotherapeuten gibt.

Soll ich nach Simbabwe auswandern? Oder doch weiter Jura studieren? Hilfe. Haben Sie eine Idee für mich?

Sie sehen, meine 8. Lebenskrise steht in voller Blüte!

Ich habe es mit einem Besuch beim Frisör versucht. Cut & Style, ganz spontan.
Frischer Bob, frische Farbe, Aus die graue Maus, alle 7 Jahre.

Und was machen Sie so, wenn Sie Ihre Krise zelebrieren?

Ein Gedanke zu “Alle 7 Jahre. Die Kleine Krisensatire am Montag.

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