Wir sind Klopapier

Die derzeitige Krise ist vierlagig, deluxe, premium, also richtig sicher, solide und haltbar. Da fasst man so schnell nicht durch.

Anders ist das bei zweilagigem Klopapier, recycelt und porös.

Noch während man denkt, das geht schon gut, da passiert nichts, mir passiert das nicht, ich doch nicht, das mag ja bei anderen so sein, bei mir ist das alles ganz anders, schwupp, sieht man sich einer unangenehmem Situation ausgesetzt in der nur noch eines hilft, Hände waschen, und zwar schnell und gründlich!

Was für niedliche Parallelen. Aber lächelt uns die größte – sorry – Scheiße vielleicht gerade freundlich zu und ermuntert uns, zu lernen?
Mach es jetzt und in Zukunft anders. Mach es besser und sei dir vor allem nicht immer so sicher, dass es dich und deine Liebsten nicht erwischen kann.

Wenn etwas sicher ist, dann sind es Krisen.

Was ist eigentlich eine Krise und wo kommt sie her?
Selten aus dem Nichts.

Ich versuche mich mal in einer eigenen Definition und google erst später. Machen Sie das doch auch mal.
Eine Krise ist eine unüberschaubare Lage, deren Folgen unangenehm bis existenziell bedrohend sind und die mittels unterschiedlicher Vorgehen und Präparate abgeschwächt und überstanden werden kann.
Nach dem Ende eines angespannten oder gefährlichen Zyklus folgt eine Phase der Neuordnung und Rekonvaleszenz.

Wie geraten wir in eine Krise?

Wir haben uns nicht vorbereitet.
Oder wir haben etwas zu lange hinausgezögert.
Oder wir haben uns verschätzt und Hinweise übersehen.
Oder wir haben falsche oder keine Entscheidungen getroffen.

Vielleicht haben wir uns auch zu wenig informiert, nicht kommuniziert oder wir dachten, mir doch egal, wird schon irgendwie gutgehen.

Das würde heißen, dass man Krisen vermeiden kann oder ihnen zumindest ihre Zuverlässigkeit streitig machen kann, dass man ihren Verlauf beeinflussen oder sie abschwächen kann.

Mir ist bewusst, dass mein kleiner Blogbeitrag nichts daran ändern wird, dass viel zu viele Menschen immer noch nicht geschnallt haben, dass es Klopapier in allen Mengen und Lagen in Hülle und Fülle gibt.

Und zwar, weil die meisten Hersteller hier in Deutschland produzieren und momentan vierschichtig im wahrsten Sinne arbeiten, um den verängstigten Hamstern den Hintern soft und sauber zu halten.

Auch wenn Sie und ich vielleicht in einer Region wohnen, die wir momentan noch für so sicher halten wie das vielstrapazierte vierlagige Klopapier, sollten wir uns eben nicht sicher sein!

Man muss nicht besonders begabt sein um sich ausrechnen zu können, dass die Dunkelziffer der mit Corvid19 infizierten Menschen hoch ist.

Denn auch ohne Symptome können wir Träger und Überträger des Virus sein und in der Folge Multiplikatoren! Es ist auch noch unklar, ob es zu einer nachhaltigen Immunität kommt, wenn man Corvid19 hatte.

Man weiß noch nicht viel darüber, wie lange sich Viren auf Oberflächen halten.

Ich verstehe sehr gut, dass wir alle im Moment große Lust auf Treffen, gemeinsames Essen, Grillen, Kino, Feiern, Kuscheln, Gemeinschaft haben.

Klar. Nimm mir was weg und ich will es zurück und zwar sofort!
Dazu kommen Ängste und vielen von uns fällt schon jetzt die Decke auf den Kopf.

Aber es ist kurzsichtig und wenn nicht für uns selbst dann für andere gefährlich, sich jetzt nicht an das zu halten, was geboten ist.

Mich macht es sauer und fassungslos, wenn ich sehe und höre, wie unbedarft manche noch durch die Gegend dölmern.

Das ist asozial. Wirklich!

Vor allem auch deshalb, weil all jene, die sich an die derzeitigen Ansagen halten,  mit darunter leiden müssen, wenn die Maßnahmen demnächst verschärft werden.

Wer auf dem platten Land in Häuschen mit Garten hockt, den mag das alles nicht so berühren.

Wer kinderlos ist und sich nur um sich und den Hund kümmern muss, der kann noch relativ entspannt große Töne spucken – oder lieber nicht!

Aber die Mehrheit der Menschen lebt nicht so privilegiert! Einfach mal drüber nachdenken!

Selber denken, optimieren und kreativ kooperieren könnten ohnehin die Skills der Zukunft nach Corona werden.

Wie können wir also die derzeitige Lage gestalten?

Solidarisch ist das einzige Wort, das mir dazu einfällt!
Über den eigenen Horizont hinausschauen kann vielleicht auch hilfreich sein.

Dann entdecken wir übrigens auch, dass 15.000 Kinder täglich weltweit verhungern!
Dann sehen wir vielleicht auch, dass wir uns möglichst schnell um all die Themen kümmern müssen, die vor Corona hochaktuell waren.

Das heißt, wir müssen zusehen, so schnell und so gut wie möglich aus Corona rauszukommen. Die Welt hat Aufgaben für uns alle! Und zwar anspruchsvolle.
Regional und global.

Reißen wir uns also jetzt doch einfach mal zusammen!
Wir sind Klopapier: Reißfest und zuverlässig!

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