Das Phantom

Freuen Sie sich auch immer so, wenn Sie ganz unverhofft einen 10-Euro-Schein in der Tasche finden?

Mein Start in einen vernieselten Freitag war von dieser erregenden Freude erfüllt.

Ich habe nämlich noch eine angebrochene Packung Mehl gefunden! Zum Glück nicht in meiner Tasche, sondern im Vorratsschrank.

Mehl verleiht Freudenflügel.

Und dann sind da ja noch die anderen Dinge, die exponentiell phantastisch sind.
Fangen wir mit meinem Lieblingsthema an.

Das Phantom Klopapier

Manche meinen es gesehen zu haben, doch im selben Augenblick verschwand es vor ihren Augen und entzog sich ihrem Zugriff.

Die gute Nachricht zuerst. Es ist nicht weg. Es ist nur woanders.

Herr Spahn hat damals, als wir alle in der Kennlernphase mit Corona-Schätzchen waren vorgeschlagen, sich für 10 Tage mit allen notwendigen Lebensmitteln des täglichen Bedarfs einzudecken.

Und das haben die braven Bürger dann eben gemacht.

Sie haben sich den Taschenrechner genommen und ausgerechnet, was sie für sich, die Kinder, Enkel, Schwester und Schwager, Onkel und Tante und die angeheirateten Cousinen 3. Grades für 10 Tage brauchen.
Oma ist auch noch da. Und Oma braucht sehr viel von allem!

Also musste Vattern den Hänger an den SUV spannen und nach Aldi, Rewe und Edeka hin.
Der Schwiegersohn mit dem Gabelstapler hinterher, um die Paletten in den Hänger zu hieven. Papa kann nicht mehr so gut Paletten stemmen, wegen Rücken.

Ich kann nicht so gut mit Taschenrechnern.

Aber wenn das viele Leute so machen, dann bleibt Pi mal Daumen für die anderen nichts mehr übrig. Und das macht die Sache mit dem Pi Pi dann echt schwierig.

Umso schöner, dass die Landhamster immerhin des Schreibens fähig per Leserbrief in der dünn gewordenen Ausgabe der Dorfgazette ein Statement abgeben:

Aber Herr Spahn hat das so gesagt. Und jetzt sind wir die Bösen!

Blöd fängt auch mit b an.

Aber klar. Gesagt ist gesagt. Das ist dann so. Für immer!
Hat Herr Spahn gesagt, hau dir den Hänger alle 10 Tage voll mit Klopapier, Nudeln und Mehl?

Phantom Selberdenken

Mein Chef hat gesagt, sagte heute Morgen auch die Bäckereifachverkäuferin, Kunden müssen sich ins Kästchen stellen, aber zack!

Die Kennerin der Brotvielfalt muffelt seit Jahr und Tag zuverlässig Wer isses und zieht die Mundwinkel angewidert nach unten. Jeder Sauerteig ist ein Pool der Freundlichkeit dagegen.
Ekelig, schon wieder ein Kunde, der den Job sichert.

Doch heute dann das.
Nachdem Sie ihren Satz Kunden müssen ins Kästchen aufgesagt hatte, hüpfte sie in vollendeter Eleganz auf den Glastresen, hob grazil die Hände gen Himmel und kreischte in hoher C-Lage: Ohne Denken, ganz ohne Denken!

Wenn Sie den Film Pretty Woman kennen, wissen Sie, welche Szene die Königin der mehligen Endprodukte hier vollendet zum Besten gab.

Der Bäckerstand befindet sich in einem Supermarkt. Die Öffnungszeiten von Supermarkt und Bäckerstand sind unterschiedlich. Der Bäcker hat schon auf, wenn der Supermarkt noch geschlossen ist. In einem geschlossenen Supermarkt sind keine Kunden!

Wenn dann später am Tag Kunden im Supermarkt sind macht es sicherlich Sinn, sich ins Kästchen zu stellen, um den Sicherheitsabstand zu Kunden des Supermarktes zu wahren.

Wenn aber nur zwei Kunden vor dem Bäckerstand stehen?

Mir kommen die Textaufgaben aus Grundschulzeiten in den Kopf.
Wenn A drei Brötchen hat und B eins abgibt, welche Farbe haben dann die Socken des Bäckers?

Sie wissen worauf ich hinauswill. Die Maßnahmen, die derzeit getroffen werden sind angebracht, das steht außer Frage.  Es gibt momentan keine besseren Ideen!

Und alle müssen mitmachen, damit nicht demnächst Kolonnen militärischer Leichenwagen am Krematorium Schlange stehen.
Aber Selber Denken ist noch nicht verboten.

Apropos.

Wie geht es eigentlich weiter, wenn das Chaos vorbei ist?

Wir können nicht weiterhin zu allen Risiken und Nebenwirkungen unsere Virologen befragen. Die kennen sich bei allem Respekt nämlich nur mit Viren aus und hören nicht auf zu betonen, dass die Datenlage vage und sowieso Vorsicht im Umgang mit Zahlen angebracht ist.

Es wird also höchste Zeit, die nächsten Stars auf die Bühne zu rufen und das sind Wirtschafs- und Finanzexperten.
Und Bürger, die nicht an allen politischen Entscheidungen rummeckern und Fehler aufzählen, die in der Vergangenheit passiert sind.

Wer es besser kann, bitte, machen!
Wir brauchen Verstand und Vernunft. Mehr denn je, was mich zum nächsten Highlight geistigen Tiefflugs bringt.

Corvid19 wurde im Labor hergestellt, sagt Mehmet Yildiz.
Wenn ich sowas lese denke ich im ersten Moment immer, da ist ein Praktikant von Martin Sonneborn oder der Ghostwriter von Marc Elsberg am Start.

Aber nein, mitnichten. Denn es folgt die übliche Leier von Imperialismus, Kapitalismus und Klassenkampf. Herr Yildiz, Abgeordneter der Linken in der Hamburgischen Bürgerschaft gibt seine Verschwörungstheorien zum Besten.

Wenn ich lese, dass die Extreme Linke zu Plündereien und dem Lahmlegen der Energieversorgung aufruft, dann fällt mir nur noch eins ein.

Du bist der Eiter, der den Schleim infiziert, der auf dem letzten Abschaum schwimmt.
Nur ein Zitat, nur ein Zitat! Ganz wirklich.

Wie kriege ich denn jetzt die Kurve aus der linken Ecke in die rechte?
Gar nicht. Denn von da kommt ja nichts, was uns derzeit irgendwie hilfreich sein könnte. Aber kein Wunder, die Kindergärten haben ja geschlossen.

Ich schließe heute mit den besten Wünschen an alle, die im Homeoffice sitzen.
Haltet durch ihr Lieben!
Eines Tages werdet ihr wieder erkennen, dass eure Partner und Partnerinnen wirklich die besten sind! Wirklich. Sie sind nett.

Und jetzt wünsche ich vor allem den Männern, die das erste Mal in ihrem Arbeitsleben im Homeoffice sitzen von ganzem Herzen, dass ihnen nicht der Mülleimer, das unbekannte Wesen, auf den Fuß fällt.

Bald könnt ihr wieder ins Büro gehen und der Haushalt erledigt sich wie von Zauberhand wieder ganz von alleine.

Und während ich die letzten Sätze schreibe ploppt eine Nachricht nach der andern darüber auf, dass die Beschränkungen Land für Land verschärft werden.

Vielleicht hilft es ja.

Und bald ist Sommer! Und vielleicht hat der die Macht, Corona in die Schranken zu weisen.

Sommer for Kanzler!

 

 

1 Kommentar

  1. Noch bevor ich auf meiner gestrigen Rad’l-Tour (noch darf ich dies, bin dabei ja auch gaanz alleine) auch nur einen Gedanken an Kartoffelanbau verschwenden konnte, holte mich eine seit langem verstaubte Erkenntnis ein, welche mir ein breites Grinsen entlockte und mir unbegrenzt Zuversicht gab: VERSTAND ist es, was die himmlischen Obrigkeiten an die Menschen am gerechtesten verteilt haben; Jeder glaubt, genug davon zu haben….
    Schönes Wochenende !

    Liken

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