Neubewertung nach Krisen am Beispiel von Mehl.

Die allerbeste Nachricht von heute: Es gibt wieder Mehl! Und ich habe eine Packung bekommen. Sogar geschenkt!

Eine sehr nette Nachbarin hat mir die Tüte unter gewissenhafter Einhaltung der geltenden social  distancing rules vor die Tür gestellt. Eine Woche hat sie auch für mich die leeren Regale hiesiger Discounter bis in die hinterste Ecke inspiziert. Heute war sie erfolgreich.

Mehl hat in diesen Tagen einen neuen Wert bekommen. Klopapier auch.
Rechnen wir damit, dass Klopapier die neue Währung wird. Bitcoin? Was ist Bitcoin?

Man muss kein Visionär sein, jedenfalls kein großer um vorauszusehen, dass es nach Corona nicht mehr so sein wird wie vor Corona.
Wir alle sind Teilchen eines historischen Ereignisses. Einer Zäsur.

Wir werden unser Leben und unsere Arbeit nach Corona neu bewerten. Anders geht es nicht.
Wer jetzt meint, er kann mit uralten Parolen die Herausforderungen lösen, der irrt.
Liebe Grüße an dieser Stelle auch an Herrn Bartsch von der Linken!

Sie kriegen mein Mehl nicht!

So jedenfalls habe ich seinen Kommentar in der FAZ verstanden.
70 Prozent der Bürger sollen nur sehr wenig Steuern bezahlen und den restlichen 30 Prozent geht es dann wie üblich ans Mehl. Also den Unternehmen! Sehr schlau!

Wenn ich mein Mehl wieder abgebe, damit es löffelweise verteilt wird, dann kann ich mir gar nichts und der Rest sich maximal ein Mini-Brötchen backen. Das wars.

Ist das nahhaltig? Reicht das? Hilft das auf Dauer der Gesellschaft? Ist das sozial?
Nein. Das ist einfach nur der gute alte bullshit von 1917 und im Grunde keiner Erwähnung mehr wert.

Ich bin leider kein Ökonom. Das ist sehr schade! Noch dazu weil ich auch kein Virologe bin.

Denn beide Berufe erlangen gerade Influencerstatus vom Feinsten. Gut so. Leute mit Köpfchen bitte vortreten.

Es haben schon viel schlauere Leute als ich erkannt, dass wir gemeinsam dafür sorgen müssen, dass alle, die sich dafür entscheiden, in Gesundheits- und Pflegeberufen, in Betreuungs- und Bildungsberufen, in sozialer Arbeit und Versorgung neu bewertet und angemessen bezahlt werden müssen.
Applaus und Danke sind wunderbar. Aber das reicht nicht!

Wie genau das funktionieren kann weiß ich nicht.

Ob mit Zuschlägen, generell höherer Dotierung oder effektiverer Erholungszeit; das können nur die Berufsgruppen selbst beurteilen. Und sie müssen gehört werden!

Mediziner und Gesundheitspfleger zu sein sind tolle Berufe! Ich finde es sind mutige Berufe mit einer enormen Verantwortung. Denn es geht immer irgendwie um Leben und Tod! Das Leben erhalten, den Tod vermeiden.

Dieser Beruf ist Berufung in meinen Augen.  Und er ist sowas von systemrelevant. Machen wir ihn endlich attraktiv! Und zeigen wir Wertschätzung durch Neubewertung.

In diesem Zusammenhang und auch ein bisschen in eigener Sache: Es sind meistens Frauen, die systemrelevant in Gesellschaft und Familie mit vollem Einsatz unterwegs sind! Frauen und Mütter! Immer noch!

Was nutzt der Muttertag, wenn man sich im Rest des Jahres komplett zerlegt, um alles irgendwie auf die Reihe zu bekommen?
Wie im Kleinen so im Großen.

Schade eigentlich, dass erst ein Virus uns lahmlegen muss, damit deutlich wird, wo es hakt. Aber das ist ja oft so und nicht außergewöhnlich.

Hier läuten die Kirchenglocken! Wie jeden Abend um diese Zeit!

Wir können Geld wirklich nicht essen!
Und ein Spaziergang um den See oder durch den Park ist ne coole Sache, macht aber nicht satt.

Wir brauchen viel Kreativität und Mut für die Zeit nach Corona.
Aber ich glaube, dass es gut werden kann!

Weil wir alle neue Erfahrungen machen. Viele von uns sogar existentieller Art.

Mag sein, dass wir nach Corona entspannter sind weil wir gelernt haben, dass nichts sicher ist. Dass es keine absolut richtigen und falschen Antworten gibt.

Wir werden in die Antworten hineinwachsen müssen. Radikal kreativ!
Und dazu einen Wein, ein Bier, ein Stück Brot und Käse.

Irgendwo hören wir Musik! Weil wir uns angewöhnt haben, gemeinsame Sache zu machen. Über Balkone hinweg, über Städte hinweg, über Grenzen hinweg.

Wir brauchen diesen ganzen Perfektionismus und Optimierungswahn nicht mehr.
Diese Krise zeigt uns, wo wir ansetzten müssen.

Ich schweife ab.
Schweifen Sie mit?

Die Fallzahlen in unserem Dorf haben sich heute verdoppelt.
Ein Titel wie für die Bildzeitung gemacht.

Gestern war es 1 Fall, heute sind es 2.

Bleiben Sie gelassen. Alles andere ist Quatsch.

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