Wohin geht die Quelle wenn sie versiegt?

Sie sprudelt und sie nährt uns. Sie ist der Brunnen, aus dem wir schöpfen. Sie ist unser Beginn und unsere Wurzel.

Aus ihr fließt alles, was wir brauchen wenn wir klein sind. Durch sie gehen wir auf in unserem eigenen Sein. Auf sie können wir bauen, an ihr können wir uns laben und unsere Krüge wieder mit Wasser füllen.

Die Quelle.
Sie ist die Mutter, die uns bedingungslos liebt, uns Lebenskraft eintröpfelt und in deren Umarmung wir baden können.

Wenn die Quelle versiegt, dann wird es still in uns und um uns herum. Dann fühlen wir uns wie abgeschnitten vom Leben. Alles was floss, friert ein.

Für eine Weile herrscht Trauer und wir wissen nicht, wie es weitergehen soll ohne die segnende Kraft der Quelle. Wir wissen nicht, wohin sie gegangen ist.

Wir müssen vielleicht tief graben und uns daran erinnern, dass wir selbst jetzt die Quelle sind, die aus der mütterlichen Quelle entsprang.
Dass wir jetzt sprudeln, nähren und aus uns schöpfen lassen. So wie wir es von ihr gelernt haben.

Und dann spüren wir, dass unsere Wurzeln Blüten treiben. Blüten und Früchte, genährt aus der Quelle, die uns genährt hat mit ihrem Wasser der Liebe. Und dann erkennen wir vielleicht, dass sie nicht versiegen kann.

Erinnerungen an Ruth.
Ruth, aus dem Hebräischen: Mein Brunnen, sich satt trinken, Tränkung, Labung, Erquickung.

 

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