Dich kann ich nicht essen

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Das ist Bobby. Bobby hat sich derart vehement und intelligent gegen seine Schlachtung gewehrt, dass sich seine Halter entschieden, ihn leben zu lassen.

Leben und leben lassen. Das heißt für mich auch, dass Sie an dieser Stelle keine moralischen Abhandlungen über Ihren und unseren Fleischverzehr lesen werden.

Wer interessiert und mittelmäßig reflektiert in die Welt blickt, der kennt die Fakten.

Ich bin als Fleischesser sozialisiert. Generation Iss wenigstens das Fleisch und wenn es Widerworte oder gar richtige Argumente aus der Kinderecke gab, dann wurde das als naive Wunderei abgetan. Die Braven hielten die Klappe, die Revoluzzer blieben im Diskussionsmodus.

Naiv bin ich übrigens immer noch. Brav immer weniger.

Ich hinterfrage, ob es vielleicht auch ganz anders sein könnte, als wir es eingetrichtert bekamen.

Und ich frage auch: Wer ist eigentlich naiver?

Diejenigen, die in ihren alten Mustern verstrickt sind oder die, denen daran gelegen ist, die Dinge auch auf eine andere Weise zu betrachten.

Weil es schon immer so war, ist es auch immer so? Das wäre ja traurig.

Es gibt nicht nur schwarz oder weiß.
Die Grauzone ist erfrischend bunt. Wer sich dieser Grauzone öffnet, der öffnet sich dem Leben. Im Idealfall sogar seinem eigenen.

Zurück zu Schwein Bobby.

Ich habe dem Schwein Bobby lange in die Augen gesehen.
Und nach einer Weile fing in an zu weinen. Naiv?

Wenn naiv heißt, unbefangen, direkt und mit kindlicher Arglosigkeit in die Welt zu schauen und wenn es heißt, wie in der Literaturwissenschaft, in vollkommenem Einklang mit Natur und Wirklichkeit zu stehen (Quelle: Wiki), dann ist das vor allem eines: Liebe!

Und Liebe ist die Energie die uns ausmacht, unsere Essenz, die zum Vorschein kommt, wenn alles andere um uns herum wegfällt. Mein Auto, mein Haus, meine Weltreise, meine 50 Paar Schuhe.

Wenn es still wird, die Bilder und das Geplapper verblassen und verstummen oder wir einem Schwein in die Augen sehen und spüren, dass das Leben ist, das leben will, wie wir leben wollen. 

Machen Sie es gut!

2 Kommentare zu „Dich kann ich nicht essen

  1. Das gefällt mir sehr. Wenn ich des Abends mit dem Fahrrad durchs Gelände fahre, dann grüße ich immer all meine Freundinnen und Freunde auf den Weiden, die ebenso ein Teil von mir sind, wie ich ein Teil von ihnen bin.

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