Wie man vom Kopf in den Bauch kommen kann

Das Ding, das ich heute Morgen gedreht habe, hat Seltenheitswert.
Noch vor dem ersten Kaffee habe ich mich kreativen Kochergüssen hingegeben.

Verzagen Sie jetzt bitte nicht oder unterstellen mir asketische Talente. Habe ich nicht. Meine hedonistischen Neigungen sind famos bis frivol und oft die einzige Motivation meines Tuns.

Den ersten Kaffee trinke ich so gegen 10 Uhr. Davor gibts Tee und Zitronenwasser, dazu lese ich Zeitung und ein oder zwei Bücher, natürlich nicht ganz, sondern immer schön Zeile für Zeile und in aller Ruhe.
Verdauen ist so wichtig wie Vertrauen. Bei Störungen hat das oft unangenehme und schmerzhafte Folgen.

Mein Kopf ist gegen 10 Uhr erstmal satt und gut zufrieden, wie der Ostwestfale zu sagen pflegt.
Also kümmerte ich mich heute Vormittag um den Rest der coolen Gang, sprich Herz und Hand und begann, die Lebensmittel, die ich im Kühlschrank fand zu verarbeiten.

Seitdem ich nicht mehr kochen muss, steigt meine Lust, es einfach zu tun und die Ergebnisse zu fotografieren oder gar kleine Kochvideos zu drehen was in einem fast ekstatischen Spaß gipfelt.

Nein, dennoch bin ich keine Vertreterin der These, dass Kochen und Essen der Sex des Alters seien. Keineswegs. Ich denke da eher an Symbiose. Genug der Andeutung. Machen Sie, was Ihnen beliebt.

Unter Druck etwas tun zu müssen ist nichts für mich, das überlasse ich den coolen Mitmenschen mit dem stabilen Nervenkostüm und dem ausgeprägten Ehrgeiz.

So war es ein geradezu meditativer Akt, heute wie eine Hebamme die Früchte der großen Bohnenschoten aus ihren schützenden Höhlen zu heben und währenddessen zu überlegen, wie sich die hübschen hellgrünen Teilchen wohl gustatorisch so zubereiten lassen, dass es Spaß macht, sie sich von der Zunge direkt in die Seele rutschen zu lassen.

Ja, werden Sie jetzt vielleicht einwenden, hört sich ja ganz nett an. Aber heißt es nicht auch, jedes Böhnchen gibt ein Tönchen?
So what. Das Wetter ist gut, da kann man zum Tönen ein schattiges Plätzchen aufsuchen.
Oder andere Ideen entwickeln.

In gleicher meditativ angehauchter Weise verfuhr ich mit Mangold und Stilmus.
Von Mangold wusste ich, dass er dem Spinat ähnelt; der Stilmus verdankt es allein meiner Neugier, dass er mir unter die Finger kam und ich hatte nichts Besseres zu tun, als ihn mit dem Mangold zu vereinen. Sie kennen dieses Verkuppeln aus anderen Kontexten längst vergangener Lebensepochen.

So kam eins zum anderen und die Dinge nahmen ihren Lauf.

Wenn Sie Lust haben, sich von den Ergebnissen inspirieren zu lassen, lesen Sie gerne weiter.
Wenn Sie an dieser Stelle aussteigen, wünsche ich Ihnen einen wundervollen Tag. Im wahrsten Sinne des Wortes: voller Wunder! und sei es nur das Staunen über die Schönheit einer hellgrün glänzenden Bohne oder über das filigrane Erscheinungsbild eines Stilmusblattes.

Und wenn es Ihnen im Moment vielleicht nicht gut geht, Sie traurig sind oder ganz andere Sorgen haben, als sich mit Gemüse zu befassen, dann wünsche ich Ihnen von Herzen, dass Sie die Kraft finden, etwas zum Tun zu finden, dass Ihren Kopf freier und Ihr Herz leichter macht.

Es sind nicht die großen Dinge, es sind die vielen kleinen, die uns und anderen die Freude am Leben erhalten oder zurück bringen.
Und gutes Essen kann dabei helfen, guter Wein sowieso und last but not least Töne, die das Herz berühren oder  befreien 😉

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Gelbe Beete Carpaccio auf Potulak

Zutaten (ungefähre Mengenangabe, für ca. 4 Personen als Beilage, alles frisch)

200 g Potulak
4 Knollen Gelbe Beete
2 Aprikosen
1/2 Fetakäse
Kürbiskerne, Olivenöl, bei Bedarf etwas Salz und Pfeffer, cremiger Balsamico

1. Gelbe Beete schälen und in leicht gesalzenem Wasser ca. 20 min kochen, mit kaltem Wasser abschrecken und in feine Scheiben schneiden.

2. Aprikosen waschen, halbieren, Kern entfernen und in feine Scheiben schneiden.

3. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Kürbiskerne darin anrösten.

4. Potulak waschen und die Röschen von den Stilen trennen.

Anrichten

Potulakröschen in einer flachen Schale verteilen, Aprikosen darüber legen, etwas Olivenöl darüber verteilen.
Gelbe Beete darüber legen, bei Bedarf salzen und pfeffern, eine kleine Menge Olivenöl.
Darauf die gerösteten Kürbiskerne geben, Schafskäse zerbröseln und leicht unterheben.
Mit Balsamico abschließen.

Alternativ zu Schafskäse kann ich mir auch sehr gut frisch gehobelten Parmesan vorstellen.

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Dicke Bohnen mit Datteln

Zutaten (ungefähre Mengenangabe, für ca. 4 Personen als Beilage, alles frisch)

1 Kilo Dicke Bohnen
8 getrocknete Datteln
1/2 Feta
Kreuzkümmel, Chilliflocken, Butter, Salz

1. Bohnen von den Schoten befreien, waschen und mit dem Bohnenkraut in leicht gesalzenem Wasser 12 bis 14 min kochen.

2. Datteln in feine Scheibchen schneiden.

3. Butter in einer Pfanne zerlassen, Datteln ganz kurz andünsten.

4. Die Bohnen abgießen und mit dem Datteln in der Pfanne schwenken.

5.  Mit Chiliflocken und einem Hauch Kreuzkümmel abschmecken. Evtl. etwas salzen.

6. Einen Teil des Käses zerbröseln und unterheben.

Anrichten und den restlichen Käse auf dem Gericht verteilen.

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Mangold-Stilmusgemüse mit Gelbe Beete

Zutaten (ungefähre Mengenangabe, für ca. 4 Personen als Beilage, alles frisch)

1 Bund Stilmus
2 Bund Mangold
1 Zwiebel
Butter, Salz, Pfeffer, etwas fettarme Milch oder, wer es voll fett mag, Sahne.

1. Mangold und Stilmus waschen und vorsichtig abtupfen

2. Trockene Stile eventuell entfernen, dann alles grob hacken.

3. Zwiebel in kleine Würfel schneiden, Butter in der Pfanne auslassen und Zwiebelwürwel darin glasig dünsten.

4. Gemüse dazugeben, ab und zu vorsichtig umrühren und etwas Wasser dazugeben.
(So wie bei frischem Spinat)

5. Pfeffer, Salz und etwas Milch oder Sahne.

6. Dazu eventuelle Reste der Gelben Beete.

Alternativ: alles, von Fisch über Fleisch bis Spiegelei. Der Fantasie sind ja bekanntlich keine Grenzen gesetzt.

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Porridge mit frischen Früchten

Porridge liegt im Trend, Haferfocken gehen auch, finde ich.
Hier habe ich das Beeren Porridge der Marke Gut und Günstig mit etwas Milch in der Mikrowelle aufquellen lassen und eine Pflaume, eine Nektarine und eine Aprikose drüber gelegt.

Schmeckt und eignet sich hervorragend für mein 12 Uhr Frühstück.

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