Begnadet

Ich wünsche Ihnen einen begnadeten Tag.
Sie fragen sich, wie ich darauf komme? Und warum ich Sie mit einem so altmodischen Wort behellige?

Vor einigen Tagen tauschte ich mich mit einer Freundin über das Thema Meditation aus. Ich mag den Begriff innere Einkehr eigentlich viel lieber.
Aber egal wie wir es nennen, innerlich still zu werden und die Gedanken zur Ruhe kommen zu lassen ist an manchen Tagen eine echte Herausforderung.

Der Weg vom Kopf ins Herz oder in den Bauch ist manchmal ein steiniger.
Aber wenn es für einige Minuten gelingt, ist es eine sehr schöne Erfahrung.

Ich stelle mir eine Frage und als Antwort bekomme ich ganze Bilder, erzählte mir besagte Freundin über ihre Art zu meditieren.

Ich werde erfüllt von Farben und Worten.

Sie tauchen einfach auf. Ehrlich gesagt versuche ich manchmal, zu manipulieren und ein Wort bewusst entstehen zu lassen. Das klappt nicht. Das Wort oder die Farbe, die erscheint, lassen sich nicht abwimmeln.
Also nehme ich sie wohl oder übel wie sie kommen, quasi als Fügung. Eins fügt sich ans andere und irgendwie ergibt es früher oder später einen Sinn oder einen Hinweis darauf, was dran ist.

Heute Morgen war das Wort „begnadet“ da. Einfach so.

Irgendwie kam es mir sperrig vor. Was soll ich damit?, fragte ich mich leicht gereizt.

Begnadet. Sie ist eine begnadete Tänzerin. Er ist ein begnadeter Pianist. Jemanden begnadigen heißt, ihm die Strafe zu erlassen. Man lässt Gnade vor Recht ergehen. Gnädige Frau. Hätten Sie wohl die Gnade?

Oh nee. Echt nicht. Wie oldschool ist das bitte?

Immer dann, wenn man sich so richtig windet und so gar nicht hingucken will, ist was dran an der Sache!
Shit. Begnadet also. Na gut. Was soll’s.

Ich gucke mir das Teil an.

Begnadet zu sein ist ein Geschenk!

Ich habe viel Glück in meinem Leben. Denn es gibt ein paar Fähigkeiten und Talente über die ich verfügen kann.

Ich bin in der Lage zu lieben, zu verzeihen und ich bin fürsorglich und hilfsbereit. Wenn ich ganz bei mir bin, dann sprudele ich wie Mineralwasser vor Lebenslust und Kreativität.

Das ist begnadet. Ich bin begnadet.
Sie sind begnadet.

Und an einem begnadeten Tag wie diesem Dienstag, finden Sie bestimmt heraus, womit.

Viel Spaß!

 

4 Kommentare zu „Begnadet

  1. Begnadet ist für mich in diesem Zusammenhang ein Superlativ, welches sich als solches nicht sofort zu erkennen gibt. Wenn ich finde, dass jemand etwas „begnadet “ tun kann, dann kommt diese Fähigkeit für mich aus dem Spektrum des Allerbesten und ich erkenne dies neidlos an. Ich halte es z.B. ganz und gar mit keinem Geringeren als Chris Rea, der da mal sagte: „Ich wünsche mir, eines Tages mit einem Kopftuch um die Stirn aufzuwachen und so begnadet Guitarre spielen zu können wie Mark Knopfler“.
    Schön also, wenn sich solche Vokabeln noch immer in Verwendung befinden…

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    1. In welchem Zusammenhang steht denn das Kopftuch mit dem begnadeten Gitarrenspiel? Verbessert das Tragen eines Tuches eventuell auch das Klavierspiel? So ganz ohne üben?
      Du merkst, hier schmilzt die eine oder andere Gehirnzelle schon wieder in der morgendlichen Hitze dahin wie der Eiswürfel im Gin Tonic 🙂

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      1. Zu seiner Zeit mit den Dire Straits war das Tuch/Stirnband Markenzeichen von Mark Knopfler. Pragmatisch gesehen verhindert so ein Bekleidungsstück wohl auch, dass der Schweiß von der Stirn an den Augenbrauen vorbei ins Auge gelangt (glaubhafte These, gell?). Und alles was Dir hilft, macht Dich besser in dem was Du tust. Also auch beim Klavierspiel. Davon, dass die Getränke nebenbei rein bleiben, will ich gar nicht reden 😉

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      2. Deine Detailkenntnis ist – ja – begnadet! Stimmt. Damals war das sein Markenzeichen. Und deine These: Yep. Evident 😉
        „Und alles was Dir hilft, macht Dich besser in dem was Du tust“ ein Aussage zum Eintauchen. Ich bin dann jetzt mal am Klavier, falls mich jemand sucht. 🙂

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