Das Brot aus Lebenswerther

Gestern war einer dieser Tage, von denen man nichts erwartet. Sie beginnen ruhig, unscheinbar, fast behäbig. Und man denkt sich, okay, alles wie immer und bedauert vielleicht still und heimlich, dass sich die Routine des Alltäglichen schon viel zu lange ziert, von einer Dauerknospe zu einer tiefroten, satten, duftenden Blüte zu werden und endlich ihr Wesen zu entfalten.

Der Tag gestern verfügte über die entsprechenden Antennen, dieses Sehnen und Wünschen wahrzunehmen und sagte sich, na gut, ich bin ein Donnerstag, ein Tag, der es in seinem Wesen trägt, vor dem Wochenende noch mal aufzudrehen und zu zeigen, was in mir steckt. Heute tue ich es! Ich schmeiße mich in duftendes Rot, leg du schon mal den Prosecco auf Eis.

Als die Sonne am höchsten stand, legte er los.

Und wenn ein derartiger Tag sich schließlich dem Ende zuneigt, bleibt ein Wow und die Erkenntnis, dass dieser Tag im Kleinen das repräsentiert, was im Großen längst im Gange und schon seit vielen Jahrzehnten überfällig ist. Friday for Future ist in Wahrheit ein Donnerstag.

Es war ein nährender Tag, ein durch und durch lebenswerther Tag, ein nachhaltiger Tag. Ein Tag, der mir gezeigt hat, dass da noch was geht, dass ich auf Resonanz stoße, dass es hier vor Ort aufgeschlossene, tatkräftige Menschen gibt, die gute Ideen haben, die die Gabe haben, ehrliche und freundliche Ausstrahlung mit Know How vereinen zu können. Menschen mit diesem liebevollen Biss.

Gegen die weltweiten Schief- und Notlagen können wir als Einzelne nur das tun, was in unserer Macht steht. Nämlich die kleinen Dinge und Gesten die wie ein kleiner Stein, der in den ruhigen See fällt, Kreise ziehen.

Sie kennen das Lied? Ins Wasser fällt ein Stein, ganz heimlich still und leise; und ist er noch so klein, er zieht doch seine Kreise…

Gestern hatte ich das erste Mal seit sehr langer Zeit das Gefühl, in Werther, wo ich seit fast 30 Jahren lebe, vollständig ankommen zu können und anzufangen, kleine Kreise zu ziehen.
Ohne Scheiß! Sorry für die fäkale Wortwahl aber was von so weit unten und so klar und stark ins Bewusstsein drängt, braucht einen Kraftausdruck.

Ich habe dir ein Brot mitgebracht. Im Stillen hatte ich das gehofft, wollte sogar darum bitten, habe es mir dann aber verkniffen, weil ich den Dingen ihren eigenen Lauf lassen wollte, nichts forcieren, nichts manipulieren, sein und sein lassen. Es wird sich finden und sich fügen. Wachsen und gedeihen lassen was in meinem Lebensgarten wachsen und gedeihen will.

Die Symbolik eines Brotes ist von einer Ursprünglichkeit und Wärme, die seinesgleichen sucht. Brot und Wein! Das Brot miteinander brechen, ein Akt von Zusammenhalt, von Teilen und Nächstenliebe. Wenn wir Brot im Haus haben, ist das ein Anlass dankbar zu sein und zu feiern!

Das Brot, das ich gestern geschenkt bekam, ist ein Lebenswerther Brot, ein Veith-Lemmen -Roggen. Es wurde Dank der meisterlichen Handwerkskunst von Patrik Kröger vom hiesigen Café Bossert zu dem was es in der Tat ist: Ein Lebenswerther Brot.

Einfache Zutaten ohne Schnickschnack, von Hand gemacht. Statt Hefe, die Bauchschmerzen macht, Sauerteig.
Und mit Herz, Passion und dem Wissen darum, was man wie zu tun hat. Das alles und wahrscheinlich noch viel mehr braucht man, wenn man als selbstständiger Bäcker und Konditor bestehen möchte.

Inspiration und Input aus meinem gut einstündigen Treffen mit Veith Lemmen, der Bürgermeister von Werther werden will, um diese kleine Stadt am Teutoburger mit seinen Helfern und Unterstützern lebenswerther zu machen, arbeiten in mir noch nach.

Politik, Kalkül, Rhetorik und Strategie kann ich nicht.
Womit ich aber ganz sicher punkten kann ist die Gabe einer sehr guten Intuition und dem Gespür dafür, ob jemand offen und ehrlich ist und das meint, was er sagt.

Gestern bin ich Veith Lemmen begegnet; einem Mann, einem Menschen, einer Persönlichkeit für die ich mir mit Herz und Verstand wünsche, dass sie die Wahl am 13. September gewinnt und Bürgermeister von Werther wird. Damit aus Werther Lebenswerther wird!

Wer gesund leben will, braucht ein Gespür dafür, was er seinem Leib und seiner Seele zutrauen kann, was er leisten kann und was er für sich selbst tun muss. (Anselm Grün)

Mein Mann und ich haben uns zur abendlichen Brotzeit zwei dicke Scheiben Veith-Lemmen-Roggen mit Kräuterrührrei zu Leib und Seele geführt.

Kurz vor dem Einschlafen flüsterte mir der Tag zum Abschied ins Ohr:
Es ist kein Zufall, dass Brot sich auf Rot reimt. Das ist wie Saft und Kraft.

Guter Tag, kluger Tag, dieser Donnerstag.
Und weil man ja bekanntlich mit dem anfangen soll, womit man am Vorabend aufgehört hat, gibt es zum 12-Uhr-Frühstück eine dicke Scheibe Lemmen-Roggen feat. Patrik Kröger mit Rübenkraut.

Bleiben Sie inspiriert oder werden Sie es.

Es ist wichtig, dass es Menschen gibt, die zeigen, auch später im Leben kann man sich noch mal hinterfragen: Stimme ich eigentlich damit überein, wie ich lebe?
Und was brauche ich, um in die Übereinstimmung zu gelangen? Was kann ich einbringen? Welchen kleinen Beitrag bin ich bereit zu leisten, damit sich etwas Größeres zum Besseren entwickelt? Was möchte ich nehmen und was kann ich geben?
Und last but not least, welche Kurzgeschichte im Buch über Das Brot aus Lebenswerther soll meine Handschrift und meinen Namen tragen?

Heute ist Friday, der nach der Vorlage des gestrigen Donnerstages davon profitieren darf, for future zu stehen.

Tschüß und schönes Wochenende!



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