Herbst & Verzückung

Sie ist wunderschön, hat betörende Rundungen und ist ein echt heißes Ding. Ihr rötlicher Schimmer macht sie zu einer klassischen Herbstschönheit.

Pünktlich zu Beginn der dunklen Jahreszeit hatten wir gestern unser erstes Rendezvous. Im Dunklen ist gut Munkeln und manchmal kann man selbst so absurden Einrichtungen wie der Zeitumstellung von Sommer- auf Winterzeit etwas abgewinnen.
Wir ließen hemmungslos im ersten Abendlicht gegen 16 Uhr alle Hüllen fallen und es war toll!

Unser nächstes Treffen wird nicht lange auf sich warten lassen. Ich kann es kaum erwarten. Schon jetzt ist klar, dass aus einer ersten schweißtreibenden Affäre eine solide, lange und sehr gesunde Beziehung erwachsen wird.

Ich stehe total auf derartige Beziehungsmodelle.

Sie fragen sich, ob ich an Substanzen zweifelhafter Herkunft geschnüffelt oder dubiose Pilze aus dem Unterholz zu mir genommen habe?
Mitnichten. Und – kurz gekalauert – auch nicht mit Neffen.

Wir haben gestern, und es erfüllt mich mit tiefer Freude und Dankbarkeit, endlich unsere Garten-Fasssauna eingeweiht.

Herbst und Winter sind für mich, wie für viele andere Menschen auch, anstrengend. Ich komme mit Dunkelheit, Nässe und Kälte nicht gut zurecht. Eigentlich gar nicht.
Grübelattacken, Ängste und Migräne nehmen an Intensität zu. Mein Energielevel verabschiedet sich in den Reservebereich.

Etliche Jahre habe ich mich mit aller Kraft gegen diese Phase gestemmt. Das hat es noch unerträglicher gemacht.
Inzwischen habe ich gelernt, mich liebevoll als „Winterschwächling“ anzunehmen und mutig zu diesem Wesen zu stehen.

Das sieht man dir gar nicht an, dass es dir so geht.

Nee. Wie auch. Wenn man es mir ansähe, hätte ich das Erscheinungsbild eines durchscheinenden, ätherischen Wesens, dass sich jeden Moment im immer währenden Grauschleier aufzulösen droht.

Huiibuh das Schlossgespenst, meine Berufung von Oktober bis Anfang April.

Stattdessen habe ich eine Tageslichtlampe, hochdosierte Johanniskrautkapseln und Meditation zu meinen ziemlich besten Freunden ernannt. Und in diesem Herbst kommt nun zum Glück noch das gemütliche, warme Fass dazu.

Diese Sauna im Garten in ein Geschenk. Ich freue mich so sehr.

Wenn Sie mich also im Nachmittagslicht der hereinbrechenden Winternacht nackt und bloß meditativen Schrittes durch den Garten schreiten sehen, denken Sie sich nichts dabei.
Wirklich Nichts. Es ist wie es ist. Ich bin es nur.

Und ich bin in der Sauna.

Bis später mal.



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