Fröhlich sein und die Spatzen pfeifen lassen


Wie soll man denn da noch gelassen bleiben? Langsam geht mir das echt auf die Nerven. Ich bin deprimiert und habe keine Lust mehr auf das Ganze. Ich habe Angst, dass ich meinen Arbeitsplatz verliere, dass ich mich anstecke, dass ich nicht mehr das machen kann, was ich möchte, weil mir die Zeit davonrennt.

Die meisten von uns können sich diesen Aussagen anschließen. Und über den Sinn und Unsinn so mancher Maßnahme lässt sich trefflich streiten. Allerdings auch über die ganz praktischen Folgen.

Im mildesten Fall über temporär leere Regale, weil sich die Hamster Eliten schon wieder mit Klopapier, Mehl und Nudeln eindecken.

Unbeschwert Reisen, Essen gehen, Kino, Theater, Märkte, eben all die Dinge, die das Leben ein bisschen leckerer machen,  fallen aus. Erstmal für vier Wochen.

Auch in den nächsten Jahren wird das alles anders stattfinden, als wir es gewohnt waren. Das ist einschneidend, vielleicht sogar traurig, ärgerlich und belastend, aber machbar und wahrscheinlich überlebbar.

Viele trifft es hingegen richtig hart, weil ihre wirtschaftliche Existenz massiv bedroht ist, weil sie die Pandemie als Risiko Personen ganz besonders betrifft, weil sie vielleicht so schwer erkrankt sind, dass sie in der Tat befürchten müssen, dass ihnen keine Zeit mehr bleibt. Nach Corona kann es für viele zu spät sein.

Ganze Branchen gehen den Bach runter obwohl sie sich an die Vorgaben gehalten, trotzdem sie in Schutzmaßnahmen investiert haben.
Und wie meistens kann man sich das als jemand, der in dieser Pandemie bisher glimpflich davon gekommen ist, nicht oder nur im Ansatz vorstellen.

Wäre Corona eine Person oder eine Institution, also schlich gesagt zu greifen oder zu erfassen, hätte man die Möglichkeit, zu verhandeln und könnte mit Argumenten oder Sanktionen die Chance auf Einsicht beim Gegenüber erhöhen. Man könnte auf diplomatischem Parkett verhandeln.
Aber Corona lässt nicht mit sich verhandelt.
Corona ist nicht ansprechbar und leider auch nicht berechenbar.
Die Wissenschaft weiß noch zu wenig und wir noch viel weniger.

Corona zieht all jenen, die Vergleiche darüber anstellen, welchen Wert für eine Gesellschaft, Wirtschaft, Gesundheit, Kultur und Bildung haben, eine lange und hässliche Nase.

Es bleibt uns nichts anderes übrig, als das zu tun, was wir tun: Uns als Wirte und Angriffsflächen zu entziehen so gut es eben geht und mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen.
Das sind nicht viele!

Lass uns schnell nach einem Termin gucken, bevor der nächste Lockdown kommt, schrieb mir eine Freundin vor zwei Wochen.
Da ist er auch schon. Der Termin und im Schlepptau der Lockdown.
Heute gehen wir zu unserem Mexikaner und verbessern die Welt bei zwei Gläsern Wein.

Und wenn der Abend vorbei ist werden wir mit dem Gefühl nach Hause fahren, dass wir von unserem Treffen eine ganze Weile zehren können. Zehren müssen.
Dann sind wir wieder wie Frederik, der Mäuserich, der die Sonnenstrahlen des Sommers und seine Geschichten einfängt, damit sie im langen, dunkeln Winter ihn und seine Lieben wärmen.

Und wie kriegen wir das mit der Gelassenheit hin?
Ich halte mich an einen Satz von Don Bosco:

Fröhlich sein und die Spatzen pfeifen lassen.

Bis bald.



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