One More Night

Sie kennen diesen Song von Phil Collins.
Er bittet um nur noch eine Nacht. Er ist nicht bereit, los zulassen. Er hofft darauf und glaubt daran, dass es weitergeht, dass es nicht für immer vorbei ist, dass irgendwie irgendwann, bald schon vielleicht alles wieder gut wird.

Dieser Oldie aus 1985 kam gestern Abend von ganz weit her angeschwirrt. Ach und wie er mich erwischte!

Ich war auf dem Weg zurück zum Auto. Es regnete. Und mir war zum Heulen zumute. Corona Blues.

Wir hatten gerade die Rechnung geordert und den Abend beendet; und plötzlich fühlte es sich so an, als würde man in eine ungewisse Zukunft gehen, als sei es überhaupt nicht sicher, ob man sich wiedersieht. Schwermut lag in der Luft.

Der Laden war voll. Jedenfalls so voll, wie die Vorschriften es zuließen.

Wir treffen uns immer hier, wenn wir uns in Bielefeld treffen. Das Peppers ist ein „Laden“, in dem man sehr gut ein paar angenehme Stunden verbringen kann. Es gibt leckere Cocktails, die Happy Hour geht bis 20 Uhr, das Essen in mexikanischem Style ist schmackhaft, die Preise stimmen, das Ambiente auch und der Service ist sehr gut.

Gestern war sehr viel Solidarität zu spüren und das war rührend, berührend, bittersüß.

Wir sehen uns in vier Wochen wieder. Alles Gute!

Danke, dass Sie uns unterstützen!

Es schmerzt mich aufrichtig zu sehen, dass Anstrengung, Einsatz und Mut nicht gewürdigt werden, weil sie aus übergeordneten Gründen nicht gewürdigt werden können? Ja ich setze ein Fragezeichen.

Weil ich es ungerecht finde, was da gerade passiert.

Aber es wäre doch noch ungerechter, wenn man den einen eine Öffnung erlauben würde und den anderen nicht, höre ich gegen argumentieren.

Ist das Messen mit zweierlei Maß ausgeschlossen in diesen Coronazeiten? Nein. Ich denke nicht. Die Bewertung von Systemrelevanz treibt schon exotische Blüten.

Doch über Gerechtigkeit lässt sich streiten. Es gibt sie auch nicht wirklich. Was sich für den einen gerecht anfühlt , tut es folgerichtig für den anderen nicht, denn einer hat immer das Nachsehen.

Was für eine Scheiße. Mal ehrlich und unverblümt. Kann es nicht einfach allen gut gehen, können wir nicht einfach leben und leben lassen. Sein und dieses ganze Gerangel mal lassen?

Sie merken es, nicht wahr? Ich bin wieder auf Utopia gelandet, wandle durch lichte Wälder und über sanfte Blumenwiesen und schere mich Null um Fakten und Realitäten.

Derweil regnet es immer noch, auch Absagen, auch heute Morgen. Ein Konzert ist verlegt auf Frühjahr 2022. Das Essen zum Hochzeitstag fällt aus und ganz offen gesagt, kamen mir bei dieser Absage dann wirklich die Tränen.

Nicht, weil ich es für mich oder uns als besonders dramatisch empfinde, unseren Tag nicht mit einem leckeren Essen in einem wunderschönen Lokal feiern zu können. Nicht, weil ich etwa den Hochzeitstag für etwas so Besonderes hielte.

Es ist den Umständen geschuldet. Sie legen frei, was uns im Innersten packt, unsere Vergänglichkeit, unsere Verletzlichkeit, die Tatsache, dass wir nichts im Griff haben. Gar nichts.

Die COVID-Misere macht Angst. Angst macht aggressiv und depressiv. Und meistens ist sie nicht besonders hilfreich.
Mitgefühl, Demut und Solidarität sind wunderschöne Begriffe.

Aber Menschen sind nun mal keine Engel. Wären alle Menschen gut und wäre dieses „gut“ für alle gleich, wären Regeln und Gesetze überflüssig.
Dieser Satz ist nicht von mir, sondern von Herrn Professor Gusy, Verfassungsrechtler an der Uni Bielefeld, dem ich heute Morgen via Zoom lauschen durfte; denn das Semester hat begonnen. Online versteht sich!

Und ich kleines Menschlein lande wieder da, wo ich meistens lande, bei der Liebe. Ich kann nichts anderes, glaube ich, aber vielleicht reicht das ja: Sein und Lieben. Glauben und Hoffen.

And I know it’s only words
But if you change your mind you know that I’ll be here
And maybe we both can learn
Give me just one more night, give me just one more night
Oh one more night, ‚cause I can’t wait forever

Machen Sie es gut und bis bald.


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