Das Tagebuch




Je länger man ohne Pause schreibt, umso mehr tauchen Erinnerungen auf, die einen beschäftigen, nicht mehr loslassen.
Unweigerlich wird man beim Schreiben zum Medium. Mit manchen Erinnerungen will man nichts zu tun haben. Manchmal ist Vergessen die bessere Möglichkeit. Oder doch nicht?

Es gibt eine Art von Kummer, die nicht geheilt werden kann, aber die mich antreibt und gleichzeitig verwirrt. Zu vergessen würde bedeuten, die Geschichte verebben zu lassen und damit unseren Hintergrund auszutrocknen. Manchmal sind die Geschichten zu traumatisch, dann ist es besser, sie verhungern zu lassen. Das muss jeder selbst entscheiden. Schreiben ist wie mit der Vergangenheit zu telefonieren und sie in die Gegenwart zu holen. Alles wird gegenwärtig. Ist wieder da. Jetzt.“

Die große Doris Dörrie hat mich mit diesen wenigen Sätzen im Mark erschüttert. Im positiven, im kreativen im schönsten Sinne und mich ermutigt, Erinnerungen wie Perlen auf eine Schnur innerer Wahrheit zu ziehen und daraus mein Schmuckstück zu machen.

Zu schreiben bedeutet, nicht vor der Wahrheit zu fliehen, sondern in sie zurückzufinden, schreibt Frau Dörrie. Auch dies wie ein Credo für mich.

Offenheit kann zu Verletzungen führen; aber auch zu großer Freiheit und Freude. Und last but not least zu heilsamer Unterhaltung mit Wiedererkennungswert.

Das ist die Richtung, aus der der Wind in die Segel von Ideenlese bläst.
Ein neues Projekt! Vielleicht endlich das Buch, das zu schreiben jetzt reif ist. Schreib dir die Seele aus dem Leib, tauchte vor Monaten während einer Meditation in mir auf. So soll es sein. Schreib, Mädchen, schreib.

Die zarten, goldumrandeten Blätter beschrieben mit Geschichten, die verbinden, in dem Augenblick, in dem sie geteilt werden.

Ich liebe neue Projekte! Und ich liebe es, im Schreiben unterzugehen und erfrischt wieder aufzutauchen.

Danke an alle, die mich inspirieren. Die meisten tun es, wahrscheinlich ohne es zu ahnen.

Bis bald.




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