Wege

Ich ging den Weg schon eine Weile,
sprang über Stöcke und auch Steine.
Fiel mal aufs Maul, stand wieder auf,
entschied mich oft für Dauerlauf.

Pflückte die Rose, riss mir den Dorn,
empfand oft Glück, doch noch mehr Zorn.
Schaute mal hier, probierte da, entfernt von dir,
mir selbst nicht nah.

Ich machte Rast an einem Teich
und sah erschrocken und sehr bleich
mein Spiegelbild und fragte mich
Du meine Güte, bin das ich?

Ich wollte weg von diesem Ort,
den Weg zurück, nur ganz schnell fort,
doch hinter mir war alles öde
und in mir eine tiefe Leere.

Da fing ich an, nach dir zu schreien.
Doch das Echo schallte Nein.
Tief in dir selbst ist Potenzial,
werd still und dann versuch’s noch mal.

Wie eine Schlange schälte ich
von einer Haut zur nächsten mich.
Und bei der ganzen Prozedur
verlor ich gründlich deine Spur.

Doch mit der Ruhe kam die Kraft,
ich hab es irgendwie geschafft,
mir selber wieder nah zu kommen.
Dabei denke ich oft versonnen
an dich.

Und wieder fängt von vorne an
ein Weg.

(2003)

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