Glosse

Manchmal ist Hosianna

Noch vor dem ersten Kaffee erreichte mich heute Morgen ein Ruf der außerordentlichen Freude! Hosianna! Was für ein Jubeltag. Ist Jubeltag eigentlich gleichzusetzen mit Jubiläum? However, wir dürfen wieder ins sonnige Niedersachsen reisen! Ist das toll? Wer will denn nach Mallorca, wenn er in Niedersachsen auch saufen kann? Entschuldigung. Ich entgleise, lasse das jetzt aber […]

Mehr

Damit muss man rechnen

Tja damit muss man rechnen, wenn man hier her langgeht. Meine Überlegungen darüber, ob ich mich über die regionaltypisch eigenwillige Grammatik oder die grassierende Dickfelligkeit aufregen, amüsieren oder nichts von alledem soll, sind noch im Gange. Der blaue Buddha, den ich seit einigen Wochen jeden Morgen zu einem meditativen Stelldichein einlade (oder er mich, wer weiß […]

Mehr

LEBENSWERTHER

Das Dorf, in dem ich seit Anfang der 90er Jahre lebe heißt Werther und ist eigentlich eine Stadt. Denn das idyllische Örtchen mit direktem Zugang in den Teutoburger Wald hat im Jahre 1719 durch König Friedrich Wilhelm I. von Preußen die Stadtrechte verliehen bekommen. Vielleicht galt Anno dazumal schon als Stadt, was mehr als drei Häuser […]

Mehr

Grüße aus dem Hot Spot

Einem Ehepaar aus dem Kreis Gütersloh wurde die angemietete Ferienwohnung auf Sylt gekündigt. Die Angst vor Ansteckung ist plötzlich wieder angestiegen. Ach guck, is Corona doch noch nicht vorbei? Na sowas! Ich lebe im Kreis Gütersloh. Hier ging es bisher sehr beschaulich zu; nicht nur in der Causa Corona schiebt man hier gemeinhin eine ruhigere […]

Mehr
Ich atme tief in den Bauch. Ein und aus. Das OM denke ich anstatt es zu flüstern. Ein mantraartig heruntergebetetes Ave Maria liegt mir ohnehin mehr. Katholisch sozialisiert. Das sitzt. Einkehr, Meditation, Exerzitien. Die Wärmflasche sitz ebenfalls. In meinem lädierten Kreuz. Die Wärme tut gut und sorgt für Linderung der Schmerzen in meinem unteren Rücken. Haben sie nicht auch erst enorm gelitten, bevor sie Erleuchtung und die Aufnahme in den Himmel fanden? Siddharta und Jesus? Ganz ehrlich? Zur Sicherheit habe ich mir etliche Diclofenac und 5 Tropfen CBD eingeschmissen. Für Letztgenannte hoffe ich auf einen zumindest minimalen Anteil berauschender Wirkung. Erleuchtung und Himmel sind nicht meine ersten Ziele. Für den Moment würden mir Schmerz- und Bewegungsfreiheit vollkommen genügen, ja, mich demütig auf die Knie sinken lassen. Hatten Sie schon einmal einen Hexenschuss? Es ist mein erstes Mal. Ich leide. Es tut richtig weh. Lumbalgie, einschießende Kreuzschmerzen. Irgendein Nerv hat sich eingeklemmt, zickt erheblich und prollt mit Unberechenbarkeit. Eine falsche Bewegung und das Spiel beginnt von vorn. Die ersten drei Tage Ruhe, Wärme, Schmerztabletten, Beine hochlagern, nur ganz leichte Bewegung. Und vor allem keine falsche, sonst wird geschossen. Nur leichte Bewegung? Keine Runde durch den Wald und über die Wiese? Wer soll heute die Enten jagen, die rote Katze töten und die Mäuse aus ihren Löchern buddeln? Die Hündin legt den Kopf schief, senkt verzweifelt den Blick und lässt sich seufzend auf ihr gelenkschonendes Kissen sinken. Ich sinke mit und platziere das iPad auf meinen 90 Grad angewinkelten Knien. Netflixtime. Bradley Cooper und Lady Gaga. Ich hatte den Film bisher nicht gesehen. A Star Is Born.  Eine traurig-schöne Story. Und neben dem Titelsong noch ein paar wirklich gute Stücke. Eine beindruckend ungeschminkte und stimmlich absolut starke Lady Gaga und ein mutiger Bradley Cooper. Ich bin sehr angenehm überrascht. Auch darüber, dass ich erst in der allerletzten Szene meinen Tränen freien Lauf lasse. Wahrscheinlich dämpfen die hochdosierten Schmerzkanonenpillen meine Sensibilität. Doch davon habe ich zuweilen so viel, dass eine kleine Einbuße kaum zu Buche schlägt. Ich wünsche Ihnen für heute vor allem, dass Sie keine Schmerzen haben. Weder an Körper noch an Seele! Also im Ganzen einen Tag, den Sie zu ihrem machen können. Und wenn Sie A Star Is Born bisher nicht gesehen haben, einfach mal machen. Im Hintergrund ein beruhigender Landregen, dazu einen Gemüseburger und alles wird gut. Besonders für die armen Schweine. Die, die an den Haken hängen und die, die sie unter unwürdigen Verhältnissen zerstückeln müssen. Manches geht einfach so wie es bisher war nicht weiter. Und zwar gar nicht!  

abgeAppt

Um welche Form der Diskriminierung handelt es sich hierbei? frage ich mich bei dem wiederholten Versuch, mir die Corona Warn App auf mein Smartphone zu laden. Liegt ja im Trend. Diskriminierung meine ich. Ich will nur spielen, nur mal gucken wie sie aussieht und was sie kann. Aber ich bin raus. Mein Smartphone ist zu […]

Mehr

Jenseits der Norm

Wann fing es an, dass die Gurke nicht mehr krumm sein durfte, weil wir das nicht für normal hielten und krummes Gemüse konsequent links liegen ließen? Wann haben wir damit angefangen, alles in eine Norm zu pressen, damit es normal und somit gut ist? Warum ist gut nicht mehr gut genug, sondern muss wahnsinnig gut, […]

Mehr