Wie Ersatzhormone mich fliegen ließen

Sie haben nichts. Aber was Sie haben ist eine Wechseljahrsdepression! Eine was? Ich staune über die Kompetenzvielfalt und punktgenaue Diagnose meines ländlichen Hausarztes. Hormone können Depressionen machen, spricht’s, sticht mir die Nadel in die Armbeuge und zieht mir das letzte bisschen Leben aus dem verwelkenden Tempel meiner Seele. Die Macht ist mit den Hormonen und dem Landarzt. Beide erlauben keine Widerrede. Und jetzt?, frage ich, während mir Rotz und Tränen das Antlitz versauen. Ich rechne mit einem Rezept für das Antidepressivum, mit dem Herr Doktor seit Jahren die Dorfbewohner durch Todes-  und Scheidungsfälle navigiert. Sie brauchen Ersatzhormone! Och nö. Nicht dein … Wie Ersatzhormone mich fliegen ließen weiterlesen

Was isst die Frau?

Essen Sie auch so gerne oder denken dauernd daran, was Sie essen könnten?  Heute ist der Tag der Frauen. Am 8. März wird an Gleichberechtigung und Frauenrechte erinnert. Genau. Frauen müssen das Recht haben, genauso viel essen zu können wie Männer. Und Sie müssen gleichberechtigt verstoffwechseln dürfen. Hier liegt der Hase im Pfeffer. Apropos Hase: Dank meiner schlesischen Oma gab es sonntags oft Hasenbraten mit brauner Soße, Rotkohl und Klößen. Lecker! Kuschelte sich das Häschen eben noch in die weiblich weiche Armbeuge, fand es sich im nächsten Moment nackt und bloß, eingelegt in Buttermilch im Bräter wieder. Sowas machen Frauen? … Was isst die Frau? weiterlesen

Don’t let the church in the village

Lassen Sie mal die Kirche im Dorf! Übertreiben Sie nicht so. Halten Sie die Füße still und den Ball flach. Warten Sie einfach ab, bis fahrlässige Bauarbeiter das heilige Dach in Brand setzen und l’église in sich zusammen fällt. Dann können Sie Stück für Stück wieder aufbauen, was vom alten Gemäuer übrig ist. Was für eine innovative Idee! Finden Sie nicht? Das ist so, als würde mir Google Maps vorschlagen, mich per Karte in Papierausführung zu Zielen zu führen, die ich bereits ohne Hilfe und mit „Augen zu“ finde. Wenn ich abnehmen will aber weiterhin zu viel esse und keinen … Don’t let the church in the village weiterlesen

Erst viel Humor, dann viel Tumor

Sie finden die Überschrift makaber? Michael Vincke war offenbar ein humorvoller Mensch. Er hatte noch Zeit, seine Todesanzeige selbst zu verfassen. Tschüss ihr Lieben. Danke für eure tolle Freundschaft. Nicht traurig sein – ich hatte ein schönes Leben. (HK, 9.01.2020) Michaels Leben endete am 7. Januar 2020. Er wurde 57 Jahre alt. Ich kannte ihn nicht. Sympathie post mortem und das Gefühl, dass da einer gegangen ist, dessen Humor und Klugheit die Welt noch gut hätte gebrauchen können. Falko fragte, ob man sterben müsse um zu leben. Mein Lieblingsnachbar vermutet, dass wir leben um zu sterben. Zwei Positionen oder doch … Erst viel Humor, dann viel Tumor weiterlesen

Wenn ich nicht da bin, dann stirbt der Hund!

Logik ist mein großes Steckenpferd. Das kann ich! Darin macht mir niemand was vor. Ironie vom Feinsten wie Sie gleich lesen werden. Eigentlich verreise ich wirklich gerne! Wäre da nicht der Hund. Es ist Februar und in ein paar Wochen wollen wir für einige Tage verreisen. Ohne Hund. Mein Mann weiß, dass ich vor jeder Reise einen Nervenzusammenbruch bekomme weil ich fest davon überzeugt bin, dass der Hund stirbt, wenn ich das Haus länger als einen Tag verlasse. Er versorgt mich deshalb schon seit Weihnachten mit den erlesensten Rot- und Weißweinen und behandelt  mich wie ein rohes Ei, sobald das … Wenn ich nicht da bin, dann stirbt der Hund! weiterlesen

Wie viele Haare hat ein Pudel?

Aus meinem Poesiealbum. So viel Haar ein PudelhundSo viel Jahr bleib du gesund. Zur frdl. Erinnerung an deine FreundinGundula B. Sch., den 22.11.1972 Zum Beginn der Woche gibt es leichte Kost. Wenn ich an Gundi denke, dann bekomme ich gute Laune, mir wird warm ums Herz und ich freue mich.Gundi hatte immer gute Laune. Sie war stets zu Späßen aufgelegt, fehlte auf keiner Fete und machte sich überhaupt keinen „Kopp“ um irgendwas. Aus heutiger Sicht und Erinnerung war Gundi das Beste, was mir passieren konnte. Mit Gundi hatte ich das erste Zigarettenerlebnis. Sie rauchte auf Lunge, ich traute mich nicht … Wie viele Haare hat ein Pudel? weiterlesen

Der Fall S.

Es ist schon eine ganze Weile her. Aber ich erinnere mich gut an ihn. Der S.* S. lebte seit gefühlten Ewigkeiten mitten unter uns. Er war immer dabei. Selbstverständlich war er dabei. Er gehörte zu uns und wir zu ihm. Er sah gut aus, grinste verschmitzt und war einfach unglaublich süß. Er trug bunte Klamotten und Hüte, sang lustige Lieder, dichtete unsinnige Reime und war erfüllt von Lebensfreude, mit der er uns ansteckte. Er war frei und unabhängig.Und er hatte einen so knackigen Hintern, dass mir bei dem Gedanken daran noch heute wohlige Schauer den Rücken herunter prickeln. Das war … Der Fall S. weiterlesen